{"id":4816,"date":"2021-03-07T18:33:59","date_gmt":"2021-03-07T17:33:59","guid":{"rendered":"http:\/\/ki-wi.website\/stadtrundgang\/?page_id=4816"},"modified":"2021-05-02T18:55:46","modified_gmt":"2021-05-02T16:55:46","slug":"folterkeller-der-sa-und-reichsarbeitsdienst-luisenplatz-8","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/ki-wi.website\/stadtrundgang\/rundgang\/folterkeller-der-sa-und-reichsarbeitsdienst-luisenplatz-8\/","title":{"rendered":"Folterkeller der SA und Reichsarbeitsdienst &#8211; Luisenplatz 8"},"content":{"rendered":"\n<p>Das Haus Luisenplatz 8 wurde nach der Macht\u00fcbernahme 1933 zun\u00e4chst von der SA genutzt: Im Keller wurden Gewerkschafter:innen, Sozialdemokrat:innen und Kommunist:innen verh\u00f6rt, verpr\u00fcgelt und gefoltert. Sp\u00e4ter nutzte die Wiesbadener SA die R\u00e4umlichkeiten vom ehemaligen Landratsamt in der Lessingstr. 16.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large is-resized\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"http:\/\/ki-wi.website\/stadtrundgang\/wp-content\/uploads\/sites\/2\/2021\/05\/Luisenplatz-5b-1024x768.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-4977\" width=\"400\" height=\"272\"\/><figcaption><em>Das Geb\u00e4udeensamble am Luisenplatz beherbergt heute u.a. das hessische Kultusministerium<\/em><\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p>Aber auch nachdem die SA aus diesem Geb\u00e4ude hier ausgezogen war, wurde es weiter vom NS-Regime genutzt. Hier befand sich anschlie\u00dfend ein Sitz des \u201eReichsarbeitsdienstes\u201c (kurz: RAD). Diese Dienststelle war zust\u00e4ndig f\u00fcr das Gebiet Hessen-Nassau. Der Reichsarbeitsdienst organisierte die Grundausbildung von jugendlichen Jungen, und seit Beginn des Zweiten Weltkrieges auch von M\u00e4dchen.<\/p>\n\n\n\n<p>Ab Juni 1935 musste jeder junge Mann vor seinem Wehrdienst einen sechsmonatigen Arbeitsdienst ableisten. Der RAD war also wichtiger Bestandteil in der ideologischen Erziehung der Jugend. Gleichzeitig war er ein zentrales Organ f\u00fcr die nationalsozialistische Wirtschaft. Ab Mitte 1944 \u00fcbernahm der RAD zudem die sechsw\u00f6chige milit\u00e4rische Grundausbildung am Gewehr.<\/p>\n\n\n\n<p>Der Reichsarbeitsdienst betrieb in Wiesbaden aber zum Beispiel von 1942 bis 1944 auch ein Lager f\u00fcr Sowjetische Kriegsgefangene in der Calvinstra\u00dfe. Die 50 Zwangsarbeiter waren in drei umz\u00e4unten Holzbaracken untergebracht, und standen unter Aufsicht der Wehrmacht.<\/p>\n\n\n\n<p>Kriegsgefangene aus diesem Lager mussten unter anderem die Flak-Stellung auf dem Erbenheimer Fliegerhorst ausbauen. Von diesem Flugplatz aus starteten im Zweiten Weltkrieg etwa auch Flugzeuge zum Bombenangriff auf London.<\/p>\n\n\n\n<p>An diesem Beispiel zeigt sich, dass Wiesbaden (genauso wie jeder andere Teil des damaligen \u201eDeutschen Reichs\u201c) ein R\u00e4dchen in der Kriegs- und Vernichtungsmaschinerie war. An <em>diesem<\/em> Haus hier befindet sich immerhin eine Hinweistafel. Es gibt aber in ganz Wiesbaden noch zahlreiche, teils versteckte Orte, an denen T\u00e4ter:innen gearbeitet und gelebt haben, so z.B. die Dienststellen der Gestapo und der SS in der Paulinenstra\u00dfe.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Audioerkl\u00e4rung zur Stadtrundgangsstation &#8222;Folterkeller der SA und Reichsarbeitsdienst&#8220;:<\/strong> <\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-audio\"><audio controls src=\"http:\/\/ki-wi.website\/stadtrundgang\/wp-content\/uploads\/sites\/2\/2019\/11\/11._Folterkeller_Luisenplatz8_final.mp3\"><\/audio><\/figure>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator aligncenter is-style-wide\"\/>\n\n\n\n<p>Quellen:<\/p>\n\n\n\n<ul><li>Hessisches Landesamt f\u00fcr geschichtliche Landeskunde: \u201eTopografie des Nationalsozialismus in Hessen\u202f: Wiesbaden, Lager f\u00fcr sowjetische Kriegsgefangene.\u201c Zugegriffen 14. August 2015. http:\/\/www.lagis-hessen.de\/de\/subjects\/idrec\/sn\/nstopo\/id\/2103<\/li><li>Hessisches Landesamt f\u00fcr geschichtliche Landeskunde. \u201eTopografie des Nationalsozialismus in Hessen\u202f: Wiesbaden, Reichsarbeitsdienst-Gau f\u00fcr Hessen-Nassau.\u201c Zugegriffen 14. August 2015. http:\/\/www.lagis-hessen.de\/de\/subjects\/xsrec\/id\/650\/current\/2\/sn\/nstopo?q=YTo0OntzOjExOiJzYWNoYmVncmlmZiI7czoxOToicmVpY2hzYXJiZWl0c2RpZW5zdCI7czozOiJvcnQiO3M6OToiV2llc2JhZGVuIjtzOjEwOiJ0cnVua2llcmVuIjtzOjE6IjEiO3M6NToib3JkZXIiO3M6Mzoib3J0Ijt9<\/li><li>Kultusministerium Hessen: \u201eVon der Lateinschule zum Ministerium: Die Geschichte des Geb\u00e4udes am Luisenplatz\u201c. Zugegriffen 14. August 2015. https:\/\/kultusministerium.hessen.de\/ueber-uns\/von-der-lateinschule-zum-ministerium-die-geschichte-des-gebaeudes-am-luisenplatz<\/li><li>\u201eFlugplatz Wiesbaden-Erbenheim\u201c. <em>Wikipedia<\/em>, 15. August 2015. <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/w\/index.php?title=Flugplatz_Wiesbaden-Erbenheim&amp;oldid=145053534\">https:\/\/de.wikipedia.org\/w\/index.php?title=Flugplatz_Wiesbaden-Erbenheim&amp;oldid=145053534<\/a>.<\/li><\/ul>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Das Haus Luisenplatz 8 wurde nach der Macht\u00fcbernahme 1933 zun\u00e4chst von der SA genutzt: Im Keller wurden Gewerkschafter:innen, Sozialdemokrat:innen und Kommunist:innen verh\u00f6rt, verpr\u00fcgelt und gefoltert. Sp\u00e4ter nutzte die Wiesbadener SA die R\u00e4umlichkeiten vom ehemaligen Landratsamt in der Lessingstr. 16. 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